Therapeutisches Angebot

Unsere Behandlung orientiert sich an den jeweils individuellen Behandlungsvoraussetzungen der Patienten. Sie umfasst immer verschiedene Therapieelemente unter psychodynamischen Gesichtspunkten. Lesen Sie hier mehr über die Therapieelemente.

Einzeltherapie

In der Einzeltherapie arbeiten wir mit Ihnen überwiegend auf psychodynamischer Grundlage. Im Gespräch geht es zunächst darum, ein möglichst ganzheitliches Bild von Ihnen zu gewinnen, über die Erkrankung und ihre Symptome hinaus. Im weiteren Therapieprozess werden Erfahrungen, Prägungen und Erlebnisse gemeinsam betrachtet, wie diese das heutige Handeln beeinflussen und welche emotionalen Spuren sie hinterlassen haben. Neben der Aufarbeitung früher Erlebnisse geht es auch darum, sich mit neuen alternativen Erlebnismöglichkeiten und Handlungsspielräumen zu beschäftigen und sie im Stationsalltag zu probieren. Die Mitarbeiter des Ginsterhofes bemühen sich um eine Integration verschiedener Wirkfaktoren und Therapiestrategien. Wir orientieren uns dabei an ethischen Grundsätzen, jenseits aller ideologischen Auseinandersetzungen.

Gruppentherapie

Frühe Beziehungserfahrungen hinterlassen Prägungen in uns und können, wenn sie sehr konfliktreich und / oder traumatisch waren, später im Leben zu Beziehungsstörungen, sich wiederholenden Konflikten und anderen seelischen Schwierigkeiten führen. In der Gruppentherapie haben Patienten die Möglichkeit, sich selbst in Beziehungen zu Anderen zu erfahren und wahrzunehmen. Dabei werden bestimmte wiederkehrende Konflikte und Schwierigkeiten in der Beziehungsgestaltung deutlich, können gemeinsam erforscht und verstanden werden. Im geschützten Rahmen der Gruppe können neue Verhaltensweisen und Interaktionen mit den anderen Teilnehmern erprobt werden.

Paar- und Familientherapie

Paartherapie und Familientherapie kann bei einem breiten Spektrum psychischer, psychosomatischer und somatischer Störungen angewandt werden. Sie ist immer dann angezeigt, wenn psychische Erkrankungen durch zwischenmenschliche Beziehungen begründet sind, aufrecht erhalten werden oder, wenn vorhandene Beziehungen die Behandlung und Bewältigung von seelischen und körperlichen Erkrankungen behindern oder erschweren.Während des stationären Aufenthaltes besteht für Patienten die Möglichkeit Paar- und Familientherapiegespräche zu führen. Diese können in Ergänzung zum stationären Therapieangebot sinnvoll bzw. notwendig werden:

  • wenn das Symptom des Patienten eng verknüpft ist mit Problemen in seinen Paar- oder Familienbeziehungen;
  • wenn der Patient Unterstützung von zu Hause benötigt (z.B. durch Ablösung, Berufswechsel), er in einer aktuellen Krise steckt, die alle Mitglieder betrifft;
  • wenn die Familie der Klinikbehandlung misstraut oder sich ständig einmischt.

Pflege

Wir betreuen Sie während Ihres stationären Aufenthaltes kontinuierlich im Rahmen unseres Bezugspflegekonzeptes.
Jede Station hat ein festes Pflegeteam, welches sich losgelöst von der Bezugspflege um die täglichen Belange unserer Patientinnen und Patienten kümmert.

Pflege bedeutet für uns Beziehungsarbeit. Die Pflegefachkraft gibt Halt in den unterschiedlichen Therapiephasen, sie bietet Orientierung an und begleitet durch Krisen.

Das Zusammenleben auf der Station bedeutet, dass Bedürfnisse geweckt aber auch Schwierigkeiten im Miteinander sichtbar werden. Die Pflegefachkraft unterstützt Patientinnen und Patienten dabei, sich damit auseinanderzusetzen. Wir unterstützen Sie darin, eigene Stärken zu erkennen und für sich nutzbar zu machen.

Ergänzend dazu werden, angpasst an das jeweilige Stationskonzept, pflegegeleitete Gruppen angeboten wie z. B. progressive Muskelentspannung, Imaginationsübungen sowie Skills-Training.

Kunst- und Gestaltungstherapie

Die Basis der Kunsttherapie ist die Annahme, dass jeder Mensch, unabhängig von Begabung, die Fähigkeit besitzt, sein inneres Erleben über das künstlerische Gestalten auszudrücken. Über die Auseinandersetzung mit Farben, Tonerde oder Stein kann ein innerseelischer Zustand oder Konflikt sichtbar und be-greifbar werden als Bild oder Form. Die eigene Handlungsfähigkeit kann als Kraftquelle (neu) erfahren und es können neue Wege erprobt werden. Die psychotherapeutische Begleitung des Kunsttherapeuten ist dabei stützend und klärend. Das Gestalten findet in einem wertfreien und wohlwollenden Rahmen statt, in der Regel in Gruppen. Es gibt keine Bewertung oder Beurteilung, keine Leistung und keinen übertriebenen Ehrgeiz.

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Musiktherapie (aktiv)

„Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.”
(Viktor Hugo)

Musiktherapie ist eine psychodynamisch fundierte künstlerische Psychotherapiemethode.
Bei der hier angewandten aktiven Musiktherapie spielt der Patient (oder die Patientengruppe) selbst auf Musikinstrumenten, meistens zusammen mit dem Therapeuten. Das musikalische Handeln – zumeist in Form der freien musikalischen Improvisation – entlastet und fördert die emotionale Wahrnehmung. Die im musikalischen Dialog mit dem Therapeuten gemachte Erfahrung bewirkt eine Veränderung der Erlebnisverarbeitung und führt zu neuen Verhaltensmöglichkeiten.

Musikalische Vorkenntnisse sind dabei nicht erforderlich. Die zur Verfügung stehenden Instrumente sind leicht bespielbar. Dieses Verfahren ist immer dann geeignet, wenn es darum geht, dem mit Worten (noch) nicht Formulierbaren, dem noch Unbekannten, einen Ausdruck zu verleihen, der neue Zugänge zum Erleben und Krankheitsgeschehen eröffnen kann.

Verloren geglaubte kreative und kommunikative Fähigkeiten werden musikalisch und im Gespräch wiederentdeckt.

Auf diese Weise lassen sich zwischenmenschliche Probleme leichter bearbeiten und ermutigen zu neuen Handlungsweisen. Die Improvisation ist immer auch ein experimenteller Spielraum, in dem der Umgang mit sich selbst und mit der Umwelt neu erprobt werden kann. Der Volksmund benennt dies mit: „endlich mal auf die Pauke hauen”, „die erste Geige spielen”, „die zarten Saiten entdecken”, „Musik ins Leben bringen“, „in den höchsten Tönen schwärmen“, „Klagelieder anstimmen“ etc.

Heilsames Singen

Musik und Gesang sind seit Menschengedenken wesentlicher Bestandteil des Lebens, der Zeremonien und Feste begleitet. Auch heute ist Musik, sind Lieder, nicht wegzudenken von allen wichtigen Anlässen und Lebensschwellen, die von Menschen gefeiert werden. Immer mehr gehen wir jedoch aus dem aktiven Singen heraus und lassen singen. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass das Selbstsingen eine ganz besondere Wirkung auf Körper, Geist und Seele hat. Singen verbindet, fördert die Selbstheilungskräfte und ist in besonderem Maße ein Gesundheitserreger.

Die wöchentlich stattfindende Singgruppe ist offen und stationsübergreifend.

Das Krankenhaus Ginsterhof ist unterstützendes Mitglied des internationalen Netzwerkes zur Förderung des Singens in Gesundheitseinrichtungen „Singende Krankenhäuser e.V.“.

 

Bewegungstherapie

Im Rahmen der integrativen Behandlung werden folgende psychotherapeutische Körper- und bewegungsorientierte Verfahren angeboten:

  • Konzentrative Bewegungstherapie (KBT)
  • Tanz- und Bewegungstherapie

Beide Verfahren bieten Raum für bewusste Körperwahrnehmung, Bewegung und Tanz und ermöglichen darüber einen neuen Zugang zum eigenen Erleben, zur eigenen Gefühlswelt.
Körpererleben und Körperlichkeit sind stark lebensgeschichtlich geprägt; frühe Erfahrungen und Eindrücke sind in unserem Körper gespeichert. Diese oft unbewußten Anteile drücken sich in Haltung, Bewegung und Verhalten aus und können durch körpertherapeutisches Arbeiten wieder ins Bewusstsein gebracht werden. Zitat: „Der Körper hat eine eigene Sprache, mit der er auch Übersetzer unserer Gefühle ist. Er macht Unsichtbares sichtbar ohne Worte…“ (Ruth Cohn)
Die aktuelle Beziehung zu sich und anderen kann vor diesem Hintergrund begreifbar werden.

Das Heilsame liegt in der neuen Erfahrung, die einen Weg ebnen kann, Schmerzhaftes aus der Vergangenheit hinter sich zu lassen und Vertrauen in die eigenen Ressourcen wiederzugewinnen. Die gewonnenen Erkenntnisse können durch ein Handeln auf Probe zu neuen Möglichkeiten und Handlungskompetenzen führen.
Die verbale Bearbeitung des Erlebten ist wichtiger Bestandteil und ermöglicht das Integrieren des Erfahrenen.

Entspannungstechniken

Autogenes Training
Das Autogene Training (AT) ist ein bewährtes imaginatives Entspannungsverfahren mit dem Ziel der Selbstberuhigung, des Angstabbaus und der Distanzierung von Affekten, Gedanken und Wahrnehmungen, die das Individuum bedrängen oder zu überschwemmen drohen.


In unserem Krankenhaus erlernen die Patienten die Basis des Autogenen Trainings. Ziel der ärztlich-therapeutisch geleiteten Gruppensitzungen ist es, beim Patienten ein regelmäßiges Üben und Wiederholen anzuregen, zu begleiten und darüber allmählich einen Funktionsausgleich eines vorher bestehenden psycho-vegetativen Ungleichgewichts zu erreichen.


AT kann darüber hinaus dem Patienten eine Möglichkeit zur Verfügung stellen, über die Konzentration auf den eigenen Körper und auf normale Körperfunktionen, innere Grenzen zu störenden bzw. beunruhigenden Wahrnehmungen zu finden.
 Gleichzeitig wird die Körperwahrnehmung geschult und die Entwicklung zu größerer Körperbewusstheit gefördert.



Progressive Muskelentspannung nach Jacobson

Die Progressive Muskelentspannung trägt zur allgemeinen Entspannung und Erholung von Körper, Geist und Seele bei, sowie zur Angst- und Stressbewältigung, zur Schlafförderung, zum Schmerzabbau, zur Vorbeugung und Begleittherapie verschiedener psychischer und organischer Beschwerden und Krankheiten, insbesondere aber auch zur gesünderen, bewussten Verantwortlichkeit für den eigenen Energiehaushalt.



Wir werden Sie während Ihres Aufenthaltes mit dieser Entspannungsmethode vertraut machen.

Angstexpositionstraining

Das Angstexpositionstraining ist ein übendes Verfahren, welches besonders für Patienten mit einer Angststörung geeignet ist.



Zu den Angststörungen zählen zum Beispiel die Agoraphobie, die generalisierte Angststörung, die Sozialphobie sowie eine Vielzahl von isolierten Phobien. Phobien sind Ängste, die sich auf ganz bestimmte Situationen bzw. Auslösereize beziehen, z.B. Spinnen, Mäuse, Dunkelheit, um nur einige zu nennen. Die Agoraphobie meint die Angst vor weiten Plätzen, häufig besteht auch eine Angst vor dem Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel, vor dem Fahrstuhlfahren, vor dem Besuch von Kaufhäusern. Soziale Ängste sind Ängste, die sich auf soziale Situationen beziehen, wie zum Beispiel Kontakte mit Menschen, das Sprechen mit und vor Menschen, Probleme, die sich aus sozialen Kontakten ergeben. 



Das angebotene Training sieht vor, dass der Patient die (für ihn) angstauslösende Situation in Begleitung eines Trainers aufsucht oder aber herbeiführt und einen veränderten Umgang damit erlernt. Dieses „Üben“ kann sowohl einzeln als auch innerhalb einer Gruppe stattfinden. Ziel ist es, hierbei den Patienten wieder in die Lage zu versetzen, seinen Alltag weitgehend alleine zu meistern und wieder handlungsfähig zu werden.

Ernährungberatung und Verpflegung

Eine gute Verpflegung für unsere Patienten ist uns ein wichtiges Anliegen!

Deshalb verfügt das Krankenhaus Ginsterhof über eine hauseigene Küche. Direkt vor Ort werden täglich mehrere Menüs zur Auswahl zubereitet. Es gibt vegetarische Menüs und weitere  Angebote, die an spezielle Bedürfnisse unserer Patienten angepasst sind, wenn körperliche Erkrankungen, z.B. Stoffwechselstörungen oder Allergien, eine besondere Kostform erforderlich machen. Ggf. erfolgt eine Ernährungsberatung durch unsere Diätassistentin oder die Küchenleitung – einzeln oder in der Gruppe. Frisches Obst und Getränke (Wasser und Tee) werden auf allen Stationen vorgehalten.

Physikalische Therapie

Die Physikalische Therapie möchte Ihnen mit den unterschiedlichsten Behandlungsformen, wie z. B.

  • Moorpackungen
  • Kryotherapie
  • med. Bäder und Sprudelbad mit verschiedenen Zusätzen
  • klassische Massage, Fußreflexzonen-, Bindegewebs- u. Unterwassermassagen
  • Physiotherapie / Krankengymnastik
  • manuelle Lymphdrainage

zu einer verbesserten Mobilität und Schmerzfreiheit verhelfen.

Nach Absprache bzw. Verordnung durch Ihren Arzt und abgestimmt auf Ihre Beschwerden werden wir in einem persönlichen Kontakt die Termine mit Ihnen absprechen.

Die Kombination von physikalischen u. physiotherapeutischen Anwendungen mit der Sporttherapie beeinflusst das seelische und körperliche Befinden positiv.

Mit unseren Sportgruppen, wie z.B.

  • Frühsport
  • Wirbelsäulengymnastik
  • leichte Gymnastik
  • Atemgymnastik
 

möchten wir Ihnen ein verbessertes Körpergefühl, sowie Spaß an der Bewegung ohne Leistungsdruck geben.

 

Medikamentöse Therapie

Psychopharmakologische Medikamente können  – je nach Art und Schwere der psychischen Erkrankung - Symptome lindern und die Behandlung unterstützen. Medikamente ersetzen nicht die notwendige psychotherapeutische Behandlung, sondern werden begleitend eingesetzt. Dies erfolgt immer in individueller Absprache mit unseren Patienten im Rahmen eines ausführlichen ärztlichen Gespräches.

 

Sozialpädagogische Beratung

Während des Klinikaufenthalts besteht für die Patienten die Möglichkeit, Unterstützung und Beratung in allen Fragen, die soziale Probleme betreffen, zu bekommen.



Damit die Therapie wirksam sein kann, ist es wichtig, dass belastende oder bedrohliche Fragestellungen, die die finanzielle, häusliche und berufliche Situation angehen, bearbeitet werden. So kann die Voraussetzung für eine stabile Lebenssituation geschaffen werden, die den Übergang von der Klinik in die häusliche Umgebung erleichtert.



Beratungsschwerpunkte:


  • Sicherung des Lebensunterhalts

  • Schulische/berufl. Situation/berufliche Rehabilitation
  • Rechtsangelegenheiten, ggf. Weiterleitung

  • Hilfsangebote nach dem Klinikaufenthalt, 
z.B. betreutes Wohnen, ambulante Pflege etc.